„Niemand kann einen anderen davon überzeugen, sich zu ändern.
Jeder von uns hat eine Tür zur Veränderung, die nur von innen geöffnet werden kann.“
Virginia Satir
Systemische Familientherapie – gemeinsam neue Wege finden, wenn alte Lösungen nicht mehr greifen
Vielleicht kennen Sie das: Am Esstisch wird geschwiegen oder gestritten, dazwischen scheint es kaum etwas zu geben. Jeder hat seine guten Gründe, jeder fühlt sich missverstanden – und trotzdem dreht sich alles im Kreis. Was früher selbstverständlich funktioniert hat, kostet plötzlich Kraft.
So individuell wie wir Menschen sind, so unterschiedlich können auch die Konflikte in einer Familie sein. Die verschiedenen Konstellationen, wie Patchworkfamilien, Familien mit gleichgeschlechtlichen PartnerInnen oder Alleinerziehende, bieten zusätzliches Potenzial für Spannungen. Loyalitäten, Rollen und Zuständigkeiten müssen hier oft erst ausgehandelt werden – und niemand hat dafür eine fertige Anleitung.
Ein Problem, viele Betroffene
Häufig ist es das Anliegen der gesamten Familie, ein gemeinsames Problem zu bearbeiten, und manchmal betrifft es nur eine Person – und alle Familienmitglieder leiden unter der Situation.
Der systemische Blick nimmt dabei den Druck von Einzelnen: Wenn ein Kind sich zurückzieht oder ein Elternteil erschöpft ist, wird das nicht als persönliches Versagen verstanden. Symptome und Verhaltensweisen bekommen im Zusammenspiel einer Familie fast immer eine Bedeutung – manchmal halten sie sogar etwas aufrecht, das allen wichtig ist. Diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, entlastet oft schon spürbar.
Jede Stimme zählt gleich viel
Wie auch immer die Ausgangslage sein mag, in der Familientherapie wird jedes einzelne Familienmitglied gleichberechtigt gehört. So entsteht die Möglichkeit, die Sichtweisen und Meinungen der Anderen kennenzulernen.
Das gilt für alle Beteiligten gleichermaßen. Im Alltag hat sich meist eine feste Rollenverteilung eingespielt: Manche reden viel, andere schweigen, und bei manchen glaubt man ohnehin zu wissen, was sie sagen würden. Im geschützten Rahmen der Therapie bekommt jede und jeder den Raum, die eigene Sicht in Ruhe darzustellen – und häufig wird dabei zum ersten Mal etwas ausgesprochen, das jahrelang mitgelaufen ist. Meine Aufgabe ist es, allparteilich zu bleiben: Ich stelle mich nicht auf eine Seite, sondern sorge dafür, dass alle zu Wort kommen und niemand überhört wird.
Ressourcen sichtbar machen
Die systemische Familientherapie geht davon aus, dass jede Familie bereits über die notwendigen Ressourcen verfügt, um die jeweiligen Probleme zu lösen. Diese müssen oft erst sichtbar gemacht werden.
In der Praxis heißt das: Wir schauen nicht nur auf das, was schwierig ist, sondern ebenso auf die Ausnahmen. Wann gelingt es Ihnen doch? Welche Krisen haben Sie als Familie schon gemeinsam überstanden – und was hat damals geholfen? Häufig sind die Fähigkeiten längst vorhanden, geraten unter Belastung aber aus dem Blick.
Mögliche Anlässe
- wiederkehrende Konflikte, die immer heftiger eskalieren
- Trennung, Scheidung oder das Zusammenwachsen einer neuen Familie
- Rückzug, Schulprobleme oder auffälliges Verhalten eines Kindes
- Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit in der Familie
- die Ablösung Jugendlicher und der Auszug von zuhause
- Verlust und Trauer
Der erste Schritt zählt
Dass nicht alle sofort begeistert sind, ist eher die Regel als die Ausnahme – und wer an den Gesprächen teilnimmt, steht vielleicht nicht von vornherein fest. Was das konkret heißt und wie ein sinnvoller Rahmen dafür aussehen kann, können wir im Erstgespräch gemeinsam herausfinden. Wenn Sie den ersten Schritt machen wollen, melden Sie sich gerne.
